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Nachgefragt bei Ahmet Emre Acar
14JanVerfasst von Nicole Bauch am Freitag, 14. Januar 2011 | | KommentierenImmer mehr Menschen nutzen Social Media, um sich digital zu vernetzen. In dem Blog-Beitrag zum Thema “Design Thinking & Vernetzung“ bin ich auf Möglichkeiten eingegangen wie mit Social Media der Design Thinking-Prozess unterstützt werden könnte.
Ahmet Emre Acer ist Design Thinking-Experte und ich bat ihn, einige Fragen zu beantworten, um herauszufinden, wo er den Mehrwert von Social Media sieht.Dieses Interview ist Teil 1 einer Interviewreihe mit insgesamt 3 Personen, die Social Media auf recht unterschiedliche Weise in ihrem beruflichen Kontext nutzen:
Wer bist du?
Ahmet Emre AcarWomit beschäftigst du dich beruflich?
Ich bin Unternehmer:
Prozessberatung auf Basis von Design Thinking, eigene ProduktentwicklungEs gibt heutzutage vielfältige web-basierte Anwendungen, die auch als “Social Media” bezeichnet werden. Nutzt du “Social Media”?
Ja:
Plattformen: Flickr, Xing, Linkedin, Facebook, Youtube, Slideshare, Scribd, Twitter
Anwendungen: alles von Google, dropboxWelche Bedeutung hat “Social Media” für deine Arbeit?
Primär nutze ich sie zur Kommunikation zwischen Kollegen und Partnern, als Informationsmittel zur eigenen Weiterbildung und als Werkzeug für Officetätigkeiten. Innerhalb von Projekten nutze ich bestimmte Dienste wie Flickr und Twitter zu qualitativen Untersuchungen. Bestimmte Google Apps nutze ich beim Prototyping.Welche positiven und / oder negativen Erfahrungen hast du im Hinblick auf deine Arbeit mit “Social Media” gesammelt?
Positiv:
Die Arbeitserleichterung bezüglich der Synchronisation und der Geschwindigkeit des Informationsbezugs. Die Erleichterung der Recherche Phasen im Design Thinking durch Content-Plattformen. Die Weiterbildung zum Thema DT. Die Vernetzung mit anderen Praktizierenden.Negativ:
Der oftmals falsche Einsatz durch Einsteiger oder Personen, die sich mit dem Webparadigma nicht anfreunden können. Der übermäßige Einsatz durch (oftmals jüngere) Personen, die stets online sind und das Gleiche erwarten. Die oft übermäßige Kürze und Gedankenlosigkeit, mit der Inhalte verfaßt und gestreut werden.Die positiven Aspekte überwiegen insgesamt. Ich vermute dass mit steigender Mediennutzung und Kompetenz viele der negativen Aspekte abnehmen werden. Bis dahin wird sich allerdings das social web zur mobile cloud entwickelt haben, was wieder seine eigenen Eigenheiten hat.
Was könnte man anderen empfehlen, die mit “Social Media” ihre beruflichen Aktivitäten positiv beeinflussen möchten?
Bei der Nutzung von Werkzeugen und Diensten zuerst die Eigenheiten erkunden und erst dann in Gebrauch nehmen bzw. eine Evaluierung für die eigenen Tätigkeiten durchführen. Letzteres muß systematisch erfolgen, d. h. man muß sich genau fragen, was man in der eigenen Arbeit erreichen möchte, wie “social media” dabei helfen kann und an welchen Punkten und auf welche Weise sie die eigene Tätigkeit verändert. Genau darüber nachdenken, welche Gewohnheiten man in der eigenen Aktivität ablegen oder verändern muß, damit ein social media Einsatz Sinn macht.Erst nach dieser Analyse würde ich drei 1/2 generelle Dinge empfehlen:
- Eine eigene Identität im Netz schaffen. Alles, was auf einen selbst hinweist, läßt sich verändern, bündeln und mit wenig Aufwand gut kommunizieren. Im social web und in der neuen Geschäftswelt ist jeder (selbst Beamte) ein Selbstständiger. Man muß als eigenes Unternehmen auftreten.
- Bei einigen wenigen Anwendungen bleiben. Man kann nicht in allem eine Expertise aufbauen oder in allen Plattformen aktiv sein. Letzteres würde die Existenz unterschiedlicher Dienste schließlich ad absurdum führen. Es ist besser, ein zwei Werkzeuge und Dienste gut zu beherrschen und aktiv zu nutzen als immer wieder reinzuschnuppern. Social media entwickelt sich stets weiter. Wer überall ein Fuß drin hat, verpasst die Entwicklungen.
Alles, was sich über das Webparadigma leichter / effektiver bearbeiten läßt, vom Desktop wegverlagern. Dies gilt insbesondere für Daten. Die Bullshit Argumente über Datenschutz und Datensicherheit sollte man ad acta legen. Unternehmen wie Dropbox, Google und Amazon verdienen ihr Geld damit, einen guten Service zu gewährleisten. Meetings und Protokolle beseitigen. Absprachen lassen sich heute über Wikis, Doodle, Skypekonferenzen mit Aufnahmefunktion wesentlich besser lösen. - Hier die halbe Empfehlung: Lernen zu Arbeiten! Die Inbox ist eine INbox und gehört leer, wenn das Zeug darin gelesen, beantwortet, gelöscht oder archiviert ist. Zeitmanagement und Planungstools sind dazu da, um selbst zu wissen, woran man gerade arbeitet, wann es fertig zu sein hat und wie man sich dabei angestellt hat. Kommunikationstools und Plattformen (insbesondere Skype, Twitter und FB) sind nicht dazu da, stets nebenbei aktiv zu laufen. Das gleiche gilt für die Benachrichtigung des Mailprogramms: ausschalten.
- Die letzte “halbe” Empfehlung ist besonders wichtig, da sehr viele ahnungslos im Berufsleben stampfen obwohl sie sich mit den Tools gut auskennen. Es gibt grundsätzliche Regeln für die eigene Arbeitsdisziplin, die sowohl im 17., 19. als auch im heutigen Jahrhundert gleichermaßen funktionieren.

















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