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  • "Informal learning" Workshop bei der OEB09

    28Dez
    Verfasst von am Montag, 28. Dezember 2009 | | Kommentieren

    Die Online Educa 2009 fand Anfang Dezember in Berlin im Hotel Interconti statt. Bisher hatte ich es nicht zu dieser Veranstaltung geschafft, weil mich u.a. die Preise abgeschreckt haben. Jedoch hatte ich dieses Jahr die Chance über unser Projekt an einem der Pre-Conference Workshops teilzunehmen und zwar “Informal Learning + Web 2.0″mit Jay Cross und Jane Hart.

    Mein hauptsächliches Interesse galt der Workshop-Durchführung.  Inhaltlich habe ich mir nicht so sehr viel versprochen, denn durch die Mitarbeit bei eVideo 2.0 und die Teilnahme an den eVideo-Kursen fühle  ich mich auf einem guten Weg. Aber aufgrund meiner eigenen Workshop-Erfahrung fragte ich mich: Wie ist es möglich innerhalb von 4 h den TeilnehmerInnen eine Vorstellung von diesem komplexen Thema zu vermitteln? Und konkrete Schritte wie den versprochen Plan für die Einführung von Web 2.0 in Zusammenhang mit  informellen Lernen zu entwickeln?

    Jay Cross ist das Ganze ziemlich locker angegangen. Er ist schlichtweg ein Profi und kann auf einen unendlichen Fundus an Materialien und Erfahrungen zurückgreifen. Und daher war die Struktur scheinbar sehr offen. In einer Vorstellungsrunde -alle TN mussten sich vorne hinstellen- wurde der Hintergrund, die  Interessen und Fragestellungen der einzelnen abgefragt. Die TeilnehmerInnen kamen aus vielen europäischen Ländern und hatten interessante Arbeitsumfelder z.B Schwedische Armee oder Britisches Verteidigungsministerium. Viele kannten sich mit Web 2.0 Tools sehr gut aus. Sie wollten daher ganz konkret wissen, wie sich Web 2.0 in einem Unternehmen zum Lernen und zum Wissensmanagement einführen und einsetzen lässt. Oder welche Barrieren es für die Nutzung bei den beteiligten gibt? Aus den Fragen wurde die Agenda geschnürt.

    Natürlich konnte für die Fragen keine eindeutige oder allgemein gültige Antwort oder gar eine Strategie in dem Workshop entwickelt werden. Der Workshop basierte auch nicht auf der Vorstellung und Besprechung diverser Tools – diese wurden beispielhaft am Rande erwähnt wie z.B.  yammer.com – ein Microbloggingtool für Untenehmen. Vielmehr ging es darum ein Bewusstsein zu schaffen für die Veränderungen, die sich derzeit  bei den Arbeits- und Lernstrukturen und somit Wissensstrukturen (von der Hierarchie zum Netzwerk) sowie vollziehen: “controll is an illusion“oder “informal learning ..is like riding a bicycle” – z.b. basierend auf Hans Monderman, einem Verkehrsingenieur.  Zur Kontrolle der Informationen und des Austausches gab es eine lange Risiko- und Bedenkendiskussion, die international zu sein scheint.  Oft ist diese mit Extrembeispielen (positiv wie negativ besetzt), die aber oftmals auch keine eigenen Erfahrungen sind sondern über die Medien oder als Legenden transportiert werden. Dennoch wird die Diskussion in jeder Nation mit anderen Schwerpunkten vor dem  eigenen sozio-kulturellen Hintergrund geführt. Zum Beispiel ist das Teilen von Unterrichtsinhalten über Blogs oder Websites in Griechenland wohl alltäglich. Das Transparenzproblem bezogen auf die Privatsphäre, scheint ein ausgeprägt deutsches Problem zu sein. Diese Diskussion ist so etwas wie ein Allgemeinplatz, der bearbeitet werden muss bevor es weitergehen kann.

    In Auszügen zeigte Jay Cross Folien aus einer Studie der Internet Time Alliance, die den aktuellen Weiterbildungsraum in Unternehmen erfasste. Er sagte, den Mitarbeitern würde zu wenig Zeit für die Reflektion ihrer Erfahrungen gegeben und somit fehlt auch die Zeit für das eigentliche Lernen. (S)eine Vison ist, dass Lernen und Arbeiten in der Zukunft gleich sind. Die Kultivierung der Community of Practice scheint ein vielversprechender Ansatz hierfür zu sein.

    Fazit: Sicher – ich habe wieder einiges dazugelernt. Selbst bei einem interaktiven und wenig Technikorientierten Workshop sind die TeilnehmerInnen nach ca. 3,5 h Input und Diskussion abgespannt. Und so war es vielleicht nicht verwunderlich, dass der Elevator Pitch – in 5 Sätzen Entscheider von einem Projekt zu überzeugen oder Mitstreiter zu gewinnen – von den meisten dann doch nicht mehr angenommen wurde. Zweifel wurden ausgesprochen, ob solch komplexe Projekte wie e-Learning- oder Informal-Learning-Projekte sich in 5 Sätzen überzeugend beschreiben lassen.  Ob diese Zweifel berechtigt sind? Hierüber denke ich schon eine Weile nach, ohne einen abschließenden Gedanken finden zu können.


    Über den/die Autor/in

    arbeitet als Projektkoordinatorin für das Projekt "eVideo 2.0".

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